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Wann bekommt man einen SCHUFA Eintrag?

SCHUFA Einträge müssen nichts schlimmes sein, erfahre alles über Ablauf, Dauer und warum der Begriff SCHUFA Eintrag Dich nicht in die Irre führen sollte.

text von

Elisa Thiem

26. November 2018

Du fragst Dich: Wann bekommt man einen SCHUFA Eintrag? Nun, das geht schneller als Du denkst. Aber keine Sorge: Entgegen der allgemeinen Annahme ist ein SCHUFA Eintrag nicht unbedingt etwas Schlimmes. Mit einem SCHUFA Eintrag ist nämlich zunächst lediglich jede Eintragung in Deiner Bonitätsauskunft bzw. Deinen Bonitätsdaten gemeint.

Im Volksmund bezeichnet man jeden Negativeintrag oder gespeicherten Bonitätseintrag als SCHUFA Eintrag, dabei werden solche Vermerke – speziell Negativeinträge von jeder Auskunftei gespeichert. Du hast also genauso Einträge bei der Creditreform Boniversum, CRIF Bürgel und infoscore.

Somit bekommst Du zum Beispiel auch mit einem neuen Girokonto oder einem neuen Handyvertrag einen neuen SCHUFA Eintrag, der Deiner Bonität jedoch keineswegs schaden muss. Man unterscheidet also zwischen Positiveintrag und Negativeintrag.

 Wann bekommt man einen SCHUFA Eintrag, der positiv ist?

Bei den meisten SCHUFA Einträgen handelt es sich um positive Einträge auch Positivmerkmale genannt.

Beispiele für positive SCHUFA Einträge sind zum Beispiel:

Laufende und immer pünktlich gezahlte Kredit-, Mobilfunk- oder Leasingverträge.

Ein zuverlässig abbezahlter Kredit – z.B. für einen Fernseher oder ein anderer Ratenkauf

Ein zuverlässiges Vertragsverhalten und zuverlässig bezahlte Rechnungen.

 Wann bekommt man einen negativen SCHUFA Eintrag? Der Ablauf

Negativmerkmale werden immer dann in der Bonitätsauskunft gespeichert, wenn es zu Zahlungsausfällen und unausgeglichenen Forderungen kommt.

Bevor ein Negativeintrag erfolgen darf, müssen vier Kriterien erfüllt sein:

Es müssen mindestens zwei schriftliche Mahnungen beim Schuldner nach fälliger Forderung eingegangen sein, denen nicht widersprochen wurde.

Die Mahnungen müssen mit einem Abstand von vier Wochen erfolgen.

In einem der beiden Mahnbescheide muss ein negativer SCHUFA Eintrag angekündigt werden.

Bis zuletzt wurde die Forderung nicht beglichen.

Wenn die Forderung von Dir auch nach der letzten gesetzten Frist nicht beglichen wurde, ist ein negativer SCHUFA Eintrag wahrscheinlich. Wie Du richtig auf Mahnungen reagierst, erfährst Du in diesem Artikel.

 Aber: Kann man den SCHUFA Eintrag löschen lassen?

Eine vorzeitige Löschung des Negativmerkmals ist immer dann möglich, wenn die angemahnte Summe nicht höher als 2.000 Euro ist und innerhalb von sechs Wochen nach der letzten gesetzten Frist beglichen wurde.

Wie Du siehst, solltest Du vor allem eines bei jeder Forderung tun: reagieren. Widersprich der Forderung, wenn sie unberechtigt ist oder gleiche sie so schnell wie möglich aus. Ein Negativeintrag bei der SCHUFA hat nämlich ernstzunehmende Konsequenzen.

Solltest Du einen negativen SCHUFA Eintrag erhalten haben, obwohl die oberen Punkte zu einem gesetzlich geregelten Mahnverfahren nicht eingehalten wurden, kannst Du einen Anwalt einschalten und die Löschung des Eintrages einfordern.

Beispiele für negative SCHUFA Einträge:

Ein von der Bank gekündigter Kredit Bei nicht gezahlten Raten trotz Mahnungen kann es im Extremfall geschehen, dass die Bank Deinen Kredit kündigt. In dem Fall hat die Bank das Recht den offenen Restbetrag innerhalb von 6 Wochen einzufordern. Wie kannst Du dieses Problem lösen? Im Falle von offenen Forderungen und Zahlungsrückständen ist Kommunikation immer das Zauberwort. Sicher kannst Du mit Deiner Bank eine neue, ggf. reduzierte Ratenzahlung vereinbaren.

Zahlungsausfälle Wer einer berechtigten Forderung nach mehreren Mahnbescheiden nicht nachkommt, bekommt in seiner Bonitätsauskunft den oben erwähnten negativen Eintrag.

Einträge aus öffentlichen Schuldnerverzeichnissen Wer in einem öffentlichen Schuldnerverzeichnis gelistet ist, hat entweder die Pflicht zur Vermögensoffenbarung nicht gewahrt oder wird auch durch eine Zwangsvollstreckung oder durch einen Gerichtsvollzieher die Befriedigung des Gläubigers nicht herstellen können; sprich es ist unwahrscheinlich, dass Du Deinem Schuldner in naher Zukunft angemessen entgegenkommen können wirst.

 Wie und wann bekommt man einen SCHUFA Eintrag wieder weg?

Ist es zu spät, die Frist von sechs Wochen ist schon vorbei und der Eintrag in der Bonitätsauskunft vermerkt, kannst Du Dich nur an den Löschfristen orientieren. Negative SCHUFA Einträge werden in der Regel nach drei Jahren aus den Bonitätsdaten und somit aus der Bonitätsauskunft entfernt. Alles Weitere zum Thema erfährst Du in unserem Überblick der Löschfristen.

Die folgende Tabelle gibt Dir einen kurzen Überblick:

 SCHUFA Eintrag: Dauer

Art des Eintrags

Löschfrist

Falsche, unvollständige, veraltete Einträge

Sofort

Laufende Vertragskonten (wie Handyverträge, Girokonten und Ähnliches)

Sobald Konto aufgelöst wurde

SCHUFA Anfragen / Bonitätsabfragen anderer Unternehmen

Nach 12 Monaten

Abgezahlte Kredite

3 Jahre nach Rückzahlung (taggenau)

Kreditkartenkonten

3 Jahre nach Auflösung des Vertrages (taggenau)

Abgeschlossene Mahnverfahren

Nach Abschluss des 3. Kalenderjahres

Gerichtsdaten (Haftanordnungen, Eidesstattliche Versicherung, Nichtabgabe der Vermögensauskunft, Gläubigerbefriedigung ausgeschlossen)

Taggenau nach 3 Jahren

SCHUFA Eintrag: Dauer

 Wie kann ich prüfen, ob ich einen SCHUFA Eintrag habe?

Im Rahmen der Datenschutz-Grundverordnung hat jeder Bürger mehrmals im Jahr das Recht auf eine kostenlose Selbstauskunft bei jeder deutschen Auskunftei. Das gilt übrigens für jedes Unternehmen, das persönliche Daten von Verbrauchern speichert. Eine Übersicht der Auskunfteien Deutschlands findest Du in unserem Artikel dazu.

Die Selbstauskunft ist ein ausführliches Dokument, dass detailliert alle über Dich gespeicherten Daten aufführt. Solltest Du hier Falscheinträge finden, kannst Du sie der Auskunftei melden und eine Korrektur verlangen.

 Negativer SCHUFA Eintrag: Was sind die Konsequenzen?

Ein Negativeintrag in Deiner Bonitätsauskunft, egal ob von der SCHUFA oder einer anderen Auskunftei, hat große Auswirkungen auf Dein finanzielles Leben und senkt den SCHUFA Score (ein Wahrscheinlichkeitswert, der Deine Kreditwürdigkeit ausdrückt). So erschwert ein negativer Eintrag und somit schlechter Bonitätsscore beispielsweise die Aufnahme von Krediten, die Möglichkeit eine Wohnung zu mieten, einen Handyvertrag oder Kauf auf Raten abzuschließen und und und. Wer eine schlechte Bonität hat, erhält nicht zusätzlich schlechte beziehungsweise teurere Konditionen bei Vertragsabschlüssen. Solltest Du also jemals in Zahlungsverzug kommen, lass es nicht drauf ankommen und reagiere so schnell wie möglich auf berechtigte Forderungen, um dem negativen SCHUFA Eintrag zu entgehen.

 Kann man seine Bonität regelmäßig und kostenlos prüfen und so Einträge ständig überwachen?

Ja, und zwar mit bonify. Jeder registrierte bonify Nutzer hat zu jederzeit und völlig kostenfrei Zugriff auf seine Bonitätsdaten und seinem Bonitätsscore. Nach einer kurzen Anmeldung kannst auch Du sofort Deine Bonität prüfen, einsehen, ob Deine Bonitätsauskunft Negativeinträge enthält und sofort auf falsch gespeicherte Angaben reagieren.

 Weitere Vorteile für bonify Nutzer:

Kostenlose Bonitätsauskünfte – jederzeit und online

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Elisa Thiem

machte den Bachelor of Arts in Literaturwissenschaften in Bonn und den Master in Germanistik in Potsdam. Jetzt lebt sie ihre Leidenschaft zum Schreiben als Content und PR Manager bei bonify aus.