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SEPA – Was ist das überhaupt und was bedeutet es?

Im Laufe der vergangenen Jahre sind Dir die Begriffe SEPA, SEPA-Lastschrift, SEPA-Lastschriftverfahren, SEPA-Überweisung und SEPA-Lastschriftmandat sicher bereits mehrmals begegnet.

27. November 2018

Die Abkürzung SEPA steht für Single Euro Payments Area und beschreibt den einheitlichen Euro-Zahlungsverkehr innerhalb der EU und den Ländern Island, Norwegen, Liechtenstein, der Schweiz sowie Monaco und San Marino. 

Es regelt also europaweit einheitliche Verfahren für den bargeldlosen Zahlungsverkehr (Überweisungen und Lastschriften) – allerdings beschränkt auf Zahlungen in Euro – und ermöglicht transnationale Zahlungen innerhalb Europas zu gleichen Preisen wie auf nationaler Ebene.

Um diese Vereinheitlichung zu ermöglichen, und alle bestehenden Verfahrensregeln der verschiedenen Länder zu berücksichtigen, musste zunächst ein einheitlicher Rechtsrahmen, Payment Service Directive (PSD) geschaffen werden. Auf dem 1. Finanz- und Bonitätsgipfel von bonify sprach André M. Bajorat von figo über die neue Richtlinie PSD2 und was es damit auf sich hat. PSD2 regelt vor allem Neuerungen im Zuge der fortschreitenden Digitalisierung und soll Verbrauchern mehr Entscheidungsfreiheit, Transparenz und Entscheidungsfreiheit bieten. In unserem Bericht zum Bonitätsgipfel erfährst Du mehr über PSD2.

 Alle Teilnehmerländer auf einen Blick

SEPA-Teilnehmerländer

 SEPA-Länder, ISO-Codes und IBAN-Länge

Belgien

BE

16 Stellen

Bulgarien

BG

22 Stellen

Dänemark

DK

18 Stellen

Deutschland

DE

22 Stellen

Estland

EE

20 Stellen

Finland

FI

18 Stellen

Frankreich

FR

27 Stellen

Griechenland

GR

27 Stellen

Großbritannien

GB

22 Stellen

Irland

IE

22 Stellen

Island

IS

26 Stellen

Italien

IT

27 Stellen

Kroatien

HR

21 Stellen

Lettland

LV

21 Stellen

Liechtenstein

LI

21 Stellen

Litauen

LT

20 Stellen

Luxemburg

LU

20 Stellen

Malta

MT

31 Stellen

Monaco

MC

27 Stellen

Niederlande

NL

18 Stellen

Norwegen

NO

15 Stellen

Österreich

AT

20 Stellen

Polen

PL

28 Stellen

Portugal

PT

25 Stellen

Rumänien

RO

24 Stellen

Schweden

SE

24 Stellen

Schweiz

CH

21 Stellen

Slowakei

SK

24 Stellen

Slowenien

SI

19 Stellen

Spanien

ES

24 Stellen

Tschechien

CZ

24 Stellen

Ungarn

HU

28 Stellen

Zypern

CY

28 Stellen

SEPA-Länder, ISO-Codes und IBAN-Länge

 Was bringt SEPA?

Durch die Vereinheitlichung der Überweisungen, SEPA-Lastschriften und Kartenzahlungen wird ein einfacherer und sichererer bargeldloser Zahlungsverkehr ermöglicht, der sich vor allem international unkomplizierter gestaltet.

Was genau ist neu?

Ab dem 1. August 2014 erfolgte die endgültige Umstellung zum SEPA-Verfahren in Deutschland. (Deutschland war einer der Nachzügler, was die Umstellung betrifft. Der Stichtag wurde durch die schleppende Umsetzung um sechs Monate nach hinten verlegt und diese Verzögerung von der EU-Kommission scharf kritisiert.)

Was sich konkret geändert hat, ist unter anderem eine Vereinfachung von Transaktionen. Während also Überweisungen innerhalb von Deutschland einer deutschen Methode folgten, gab es für Überweisungen von beispielsweise Deutschland nach Frankreich EU-Standardüberweisungen. Mit SEPA sind nun sowohl Inlands- als auch Auslandsüberweisungen standardisiert.

 Was sind die Vorteile von SEPA?

Unternehmer und Verbraucher benötigen nur ein Konto, um den gesamten Euro-Zahlungsverkehr bei einer europäischen Bank zu verwalten.

Einheitliche Zahlungsinstrumente für Euro-Zahlungen (Zahlungsanweisungen, Kartenzahlungen, Einzüge usw.)

Schnellere Überweisungslaufzeiten und ein schnellerer Geldfluss ins Ausland.

Bankkarten können sowohl an Geldautomaten für Bargeld als auch europaweit für Zahlungen in Geschäften, Restaurants und Co. genutzt werden.

Einheitliche technische Standards und Abwicklungen.

Eine größere Auswahl an Banken – europaweit. Das bedeutet gleichzeitig einen stärkeren Wettbewerb der Banken untereinander und somit ein besseres Leistungsangebot.

Längere Zeit zum Einspruch bei falschen Einzügen (die Frist beträgt nun acht Wochen), inklusive exaktem Fälligkeitsdatum. Es wird also im Falle von Lastschriften angekündigt, wann genau das Konto belastet wird.

 Umstellung zu SEPA: Was hat sich geändert?

 Von der Kontonummer zur IBAN.

Seit dem 1. Februar 2016 mussten sich auch Privatpersonen an die Umstellung gewöhnen. Für das alltägliche Leben war das zunächst in der Umstellung von der gewöhnlichen Kontonummer zur IBAN spürbar. Für innerdeutsche Überweisungen genügte von nun an die IBAN (Kurzform für „International Bank Account Number“); die Angabe der Bankleitzahl war nicht mehr notwendig.

Wie setzt sich die IBAN zusammen?

In Deutschland hat jede IBAN-Nummer 22 Stellen und folgt einer festen Reihenfolge.

Beispiel:

DE99 | 1003  0000 | 0123 4567 89

Neu: Ländercode und zwei individuelle Prüfziffern | BLZ 8 Stellen  | Kontonummer 10 Stellen

Der BIC (Bank Identifier Code) wird manchmal auch als SWIFT-Code bezeichnet, weil er von der SWIFT (Society for Wordwide Interbank Financial Telecommunication) vergeben wird.

Der SWIFT- oder auch BIC Code setzt sich wie folgt zusammen:

AB CD | DE | BE | XXX

Bankcode Ländercode Regionalcode Filiale 

 Was genau sind SEPA-Lastschriftmandate und Co.?

 Was bedeutet SCT?

SCT steht für SEPA Credit Transfer und bezeichnet im Grunde nur den Zahlungsverkehr für Inland- und transnationale Euro-Überweisungen mit einer maximalen Überweisungsdauer von drei Tagen – umgesetzt seit 2012.

Standards, die für alle SEPA Überweisungen gelten:

Einheitliche Datenformate vereinfachen die Auftragserteilung und deren Automatisierung.

Das gilt ebenso für Rücklastschriften (SEPA-R-Transaktionen). Europaweit ist nun geregelt, dass SEPA-Basis-Lastschriften innerhalb von acht Wochen widersprochen werden kann. Im Falle von unautorisierten Lastschriften ohne SEPA-Lastschriftmandat beträgt die Frist 13 Monate.

Der Verwendungszweck beträgt nun EU-weit 140 Zeichen. Früher waren es mal 378.

Zusätzlich zu den Empfängerdaten, kann eine End-To-End-ID angegeben werden, die im Grunde nichts anderes als eine Auftraggeberreferenz ist. (Diese Angabe ist keine Pflicht.) Den Begriff End-To-End-Referenz kennst Du vielleicht aus Deinen Kontoauszügen.

Die IBAN reicht zur Identifikation des Zahlungsempfängers aus. Konto und Name müssen nicht mehr abgeglichen werden.

 Was bedeutet SEPA-Zahlungsanweisung?

Damit sind die vereinheitlichten Standards wie IBAN und BIC gemeint. Da diese Codes alle wichtigen Kennzeichen für die Banken, Länder, Regionen und individuellen Kontonummern enthalten, sind fehlerhafte Überweisungen nahezu unmöglich und international einheitlich verständlich.

 Der Verwendungszweck im SEPA-Zahlungsverkehr

Ebenfalls standardisiert ist nun der Verwendungszweck, der auf 140 Zeichen festgelegt wurde. Der Verwendungszweck bei einer Überweisung hilft zur Identifikation des Zahlungszweckes.

 Was bedeuten die Abkürzungen auf meinem Kontoauszug?

Einige Abkürzungen und Formeln, die Dir im Zuge eines SEPA-Mandats auf Deinem Kontoauszug begegnen können:

EREF + Nummernfolge = End-to-End-ID   KREF + Nummernfolge = Kundenreferenznummer   MREF + Nummernfolge = Mandatsreferenznummer   CRED + Nummernfolge = Gläubiger-Identifikationsnummer   SVWZ + Nummernfolge/Text = Verwendungszweck

Um sich vor unberechtigten Kontobelastungen zu schützen, solltest Du Deine Finanzen stets im Blick behalten. In der Regel sollte aus dem Kontoauszug ersichtlich sein, welches Unternehmen Dein Konto belastet hat. Ist das nicht der Fall kannst Du mithilfe der Mandatsreferenznummer und der Gläubiger-ID herausfinden, um welches Unternehmen es sich handelt.

Dabei kann bonify Dir helfen! Mit bonify verpasst Du keine Abbuchung mehr auf Deinem Konto, kannst Deine finanzielle Gesundheit und Deine Bonität prüfen. Sofort, online und kostenlos. Melde Dich gleich an und erfahre mehr!

 Was ist die SEPA-Lastschrift?

International als SEPA Direct Debit (kurz SDD) bezeichnet, wurde mit der SEPA-Lastschrift ein völlig neues Zahlungsinstrument geschaffen. Sie wird zwischen Basis-Lastschriftverfahren (SEPA Core Direct Debit) und Firmen-Lastschriftverfahren (SEPA Business to Business Direct Debit) unterschieden. Beim zweiten Term handelt es sich also um geschäftliche finanzielle Abwicklungen.

Das Revolutionäre an der SEPA-Lastschrift ist, dass es grenzüberschreitende Lastschriften ermöglicht. Etwas, das vor der Einführung nicht durchgeführt werden konnte.

Man kann die Basis-Lastschrift mit dem Einzugsermächtigungsverfahren vergleichen, nur dass dieses nun strengeren Regeln folgt.

So gilt bei der erstmaligen Ausführung eines Lastschriftenauftrages oder einer einmaligen Lastschrift eine Vorlauffrist von fünf Banktagen. Diese Vorlauffrist wird bei weiteren Lastschriften auf zwei Banktage verkürzt. Der Gedanke dahinter ist, dass der Zahlungspflichtige auf diese Weise mehr Kontrolle über den Geldtransfer hat und der Lastschrift bereits vor Belastung des Kontos widersprechen kann.

Um einen solchen Bankeinzug überhaupt durchführen zu können, benötigt der Zahlungsempfänger ein SEPA-Mandat.

 Was ist ein SEPA-Lastschriftmandat?

Das SEPA-Lastschriftmandat hat zwei Regelungen: Erstens ermächtigt es einem Zahlungsempfänger, einen fälligen Betrag vom Konto eines Zahlungspflichtigen einzuziehen. Wenn Du also beispielsweise etwas bestellst, hast Du die Möglichkeit, dem Online-Shop ein SEPA-Lastschriftmandat zu erteilen. Zweitens dient es auch als Aufforderung an die eigene Bank, die Einlösung der Zahlungsforderung durchzuführen. Das bedeutet, jeder Lastschrift muss ein SEPA-Mandat beiliegen.

Der Vorteil dahinter ist unter anderem, dass jeder SEPA-Basislastschrift ein Fälligkeitsdatum beiliegt und Du auf diese Weise genau weißt, wann Dein Konto belastet wird. Somit hilft Dir SEPA dabei, den Überblick über Ausgaben zu behalten.

Die Merkmale der SEPA-Lastschrift auf einen Blick

IBAN, und wenn transnational BIC, definieren die Kontodaten des Zahlenden.

Der SEPA-Lastschrifteneinzug erfordert ein gültiges SEPA-Lastschriftmandat.

Der Zahlende erhält eine Information bereits VOR der Abbuchung.

Das Fälligkeitsdatum definiert den exakten Tag der Kontobelastung.

Die Vorlagefrist für einmalige oder erste SEPA-Lastschriften beträgt 5 Banktage. Bei Folgelastschriften sind es anschließend zwei Banktage.

Die Widerspruchsfrist beträgt ab dem Tag der Kontobelastung acht Wochen oder im Falle eines ungültigen SEPA-Mandats 13 Monate.

Das Mandat verliert seine Gültigkeit, wenn innerhalb von 36 Monaten keine Aktivitäten verbucht werden.

Die SEPA-Mandatsreferenz und die Gläubiger-Identifikationsnummer gewähren Transparenz für den Zahlenden.

Der Verwendungszweck beträgt maximal 140 Zeichen.

 Wie sieht ein SEPA-Lastschriftmandat aus?

Um ein SEPA-Mandat zu erhalten, müssen Unternehmen eine Gläubiger-ID mit einer Gläubiger-Identifikationsnummer beantragen. Diese ID besteht aus 18 Stellen und wird von der Bundesbank erteilt.

Für jedes Mandat bedarf es eine neue Mandatsreferenz. Zusätzlich muss jeder Zahlungsempfänger einer SEPA-Lastschrift das Original-Mandat mindestens 14 Monate lang aufbewahren.

 Mehr Sicherheit für Dich

Für Verbraucher entsteht kein Mehraufwand, aber mehr Sicherheit. Während es zu Zeiten der Bankeinzugsverfahren möglich war, Abbuchungen vorzunehmen, sobald man im Besitz der Kontodaten war, ist dies dank SEPA nicht mehr der Fall.

 Kann ich die SEPA-Einzugsermächtigung kündigen?

Der Widerruf für ein SEPA-Mandat muss schriftlich erfolgen. Das bedeutet, um das Mandat zu kündigen, musst Du ein Kündigungsschreiben verfassen, das Deine persönlichen Angaben, die Kunden-, Vertrags- oder andere Identifikationsmerkmale und einen kleinen Text, der die Kündigung mit sofortiger Wirkung ankündigt, enthält. Bei Kündigungsschreiben jeglicher Art ist es stets ratsam, um eine schriftliche Bestätigung der Kündigung zu bitten.

Bedenke, dass der Vertrag dennoch bestehen bleibt. Kündigst Du eine SEPA-Einzugsermächtigung, entziehst Du dem Vertragspartner lediglich die Möglichkeit, Geld von Deinem Konto einzuziehen, weil Du beispielsweise folglich selbst manuell Überweisungen tätigen möchtest.

Um sich vor unberechtigten Kontobelastungen zu schützen, solltest Du Deine Finanzen stets im Blick behalten. In der Regel sollte aus dem Kontoauszug ersichtlich sein, welches Unternehmen Dein Konto belastet hat. Ist das nicht der Fall kannst Du mithilfe der Mandatsreferenznummer und der Gläubiger-ID herausfinden, um welches Unternehmen es sich handelt.

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