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Was ist die Bonitätsprüfung bei Unternehmen und wie läuft sie ab?

Du fragst Dich, wie die Bonitätsprüfung bei Unternehmen abläuft, wieso sie relevant ist und wer eine solche eigentlich durchführt?

text von

Elisa Thiem

4. Dezember 2018

Wie bei Privatpersonen wird auch bei Unternehmen eine Bonitätsprüfung vorgenommen, damit Geschäftspartner finanzielle Risiken minimieren und Zahlungsausfälle verhindern. Wir erklären Dir in diesem Artikel, wie sie abläuft und was die Unterschiede zu einer gewöhnlichen Bonitätsprüfung bei Privatpersonen sind.

Bei kleinen bis mittleren Unternehmen führen Auskunfteien Bonitätsprüfung durch.

Die Kreditwürdigkeit von großen Unternehmen bewerten Ratingagenturen.

Sie ermitteln auch die Bonität von Staaten.

 Wer berechnet die Bonität von Unternehmen?

 Bonitätsprüfung bei Unternehmen durch Auskunfteien

Ist das Unternehmen klein oder mittelständisch, so wird die Bonitätsprüfung in der Regel von Auskunfteien durchgeführt. Das läuft dann wie eine Bonitätsprüfung von Privatpersonen ab. Eine Auskunftei hat Informationen darüber, wie das Zahlungsverhalten des Unternehmens in der Vergangenheit war und beurteilt dementsprechend die zukünftige Zahlungswahrscheinlichkeit. Wenn man einen Vertrag abschließen möchte, bei dem Zahlungs- und Leistungszeitpunkt voneinander abweichen, so kann dank der Bonitätsprüfung im Voraus beurteilt werden, ob das Unternehmen ein kreditwürdiger Vertragspartner ist.

 Bonitätsindexe für Unternehmen von Creditreform Boniversum

Risikoklasse

Score

Ausfallwahrscheinlichkeit

I

Unternehmen mit sehr guter bis guter Bonität

100 – 212

Bis 0,3%

II

Unternehmen mit guter bis zufriedenstellender Bonität

213 – 242

0,3 bis 0,7%

III

Unternehmen mit befriedigender bzw. noch guter Bonität

243 – 282

0,7 bis 1,5%

IV

Unternehmen mit überdurchschnittlichem bzw. erhöhtem Risiko

283 – 301

1,5 bis 3%

V

Unternehmen mit hohem Risiko

302 – 357

3 bis 8%

VI

Unternehmen mit sehr hohem Risiko

358 – 600

Ab 8%

Bonitätsindexe für Unternehmen von Creditreform Boniversum

 Bonitätsprüfung bei Unternehmen durch Ratingagenturen

Die Bonität großer (meist börsennotierter) Unternehmen wird von unabhängigen Ratingagenturen wie zum Beispiel Moody’s oder Standard & Poor’s geprüft. Diese ermitteln dann, ob ein Unternehmen ein sogenanntes “Investment Grade” erhält. Dieses drückt aus, dass ein Unternehmen eine gute Bonität hat. Dazu gibt es eine allgemeine Skala, die zwischen den Ratingagenturen variiert, aber dieselben Abstufungen hat. Ratingagenturen ermitteln übrigens auch die Bonität von Staaten, Papieren und bei Unternehmen insbesondere die Bonität von Banken.

 Bonitätseinstufung durch Ratingagenturen

S&P

Fitch

Moody’s

Prime:

AAA

AAA

Aaa

High grade:

AA+

AA+

Aa1

AA

AA

Aa2

AA-

AA-

Aa3

Upper medium grade:

A+

A+

A1

A

A

A2

A-

A-

A3

Lower medium grade:

BBB+

BBB+

Baa1

BBB

BBB

Baa2

BBB-

BBB-

Baa3

Non-Investment grade:

BB+

BB+

Ba1

BB

BB

Ba2

BB-

BB-

Ba3

Highly speculative:

B+

B+

B1

B

B

B2

B-

B-

B3

Substantial risks:

CCC+

CCC

Caa1

Extremely speculative:

CCC

CC

Caa2

In default with little prospect for recovery:

CCC-

C

Caa3

CC

RD

Ca

C

RD

Ca

In default:

D

D

C

Bonitätseinstufung durch Ratingagenturen (Quelle: https://www.tagesschau.de/wirtschaft/rating102.html)

Nach Einschätzung der drei größten Ratingagenturen wird die Bonität von Deutschland mit dem höchsten Rating AAA eingestuft. Gleich hoch werden die Niederlande, Australien, Dänemark, Kanada, Luxemburg, Norwegen, Schweden, Schweiz und Singapur eingeschätzt.

Die Bonität der USA bewerten die internationalen Ratingagenturen unterschiedlich. Während die USA laut Fitch und Moody’s zur Prime Kategorie gehört und mit der Bestnote bewertet wird, erhalten die Vereinigten Staaten von Standard & Poor's nur die High Grade Bewertung AA+. Die Herabstufung der Kreditwürdigkeit der USA von S&P fand am 5. August 2011 statt, nachdem die Verschuldungsgrenze des Staates vom Kongress angehoben wurde.

 Welche Daten werden geprüft?

Eine Bonitätsauskunft bei Unternehmen kann die folgenden Informationen über das entsprechende Unternehmen enthalten:

Insolvenz- und Inkassoinformationen

Bonitätsinformationen

Firmenhistorie

Branche

Muttergesellschaft und Beteiligungen

Bilanz

Um die Ausfallwahrscheinlichkeit zu ermitteln, werden also Daten über Zahlungserfahrungen, makroökonomische Daten (bei Betrachtung der Branche) sowie Finanzdaten herangezogen.

 Bei bonify kannst Du Deine private Bonität abfragen

Genau wie für Unternehmen gilt auch bei Privatpersonen: je besser die Bonität, desto besser die Konditionen, die für Verträge angeboten werden. Aus diesem Grund solltest Du Deine Bonität immer im Blick halten. bonify bietet Dir die Möglichkeit, Deine Bonität jederzeit kostenlos und online zu prüfen. Nicht zuletzt wirst Du bei Veränderung Deiner Bonitätsdaten oder Deines Scores von uns benachrichtigt. Melde Dich jetzt kostenlos in 3 Minuten an und frage Deine Bonität ab.

Elisa Thiem

machte den Bachelor of Arts in Literaturwissenschaften in Bonn und den Master in Germanistik in Potsdam. Jetzt lebt sie ihre Leidenschaft zum Schreiben als Content und PR Manager bei bonify aus.